Blei-SVHC Stoff

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Die Nominierung von Blei als SVHC-Stoff („besonders Besorgnis erregender Stoff“) wurde im Februar 2018 durch Schweden bei der ECHA (europäische Chemikalienagentur) eingebracht. Die Einstufung von Blei als SVHC-Stoff würde zu massiven Problemen sowohl bei Legierungen als auch in der Kreislaufwirtschaft führen. Dies gilt ebenso für die weit verbreiteten Stoffe Nickel und Cadmium.

Bei der anschließenden öffentlichen Konsultation der Europäischen Kommission hat die AOT eine Reihe von Argumenten gegen die Aufnahme von Blei in die SVHC-Stoff Kandidatenliste eingebracht.

Es fanden Gespräche zu diesem Problem innerhalb Österreichs statt. Zeitgleich wurde ein Positionspapier zu der Einstufung von Blei als SVHC-Stoff erarbeitet. Die Auswirkungen einer generellen Blei-Beschränkung betreffen ganze Branchen. Mittelfristig ist es in der Folge möglich, dass Stoffe, die auf der Kandidatenliste zu finden sind, für einen Eintrag im REACH Anhang 14 (Stoffe, die hier gelistet werden, sind zulassungspflichtig), empfohlen werden.

Sobald ein Stoff auf die Kandidatenliste aufgenommen wird, ist es erforderlich, bestimmte Verpflichtungen zur Kommunikation in der Lieferkette zu erfüllen (Art. 33, REACH). Nach einem Zeitraum von 6 Monaten sind Verpflichtungen zur Bekanntgabe von speziellen Daten zu erfüllen (REACH Art. 7.2).

Mittlerweile hat auf europäischer Ebene der Prozess zur Einstufung von Blei als SVHC-Stoff stattgefunden, mit dem Ergebnis, dass Blei seit Mitte Juni 2018 nun auf der Liste der besonders Besorgnis erregenden Stoffe zu finden ist.

Mit der Aufnahme von Blei auf diese Liste sind nun Verpflichtungen zur Informationsweitergabe innerhalb der Lieferkette verbindlich zu erfüllen:

  • Jeder Lieferant von metallischem Blei bzw. in einer Legierung muss im Sicherheitsdatenblatt angeben, dass Blei auf der Kandidatenliste der SVHC-Stoffe steht.
  • Jeder Lieferant eines Artikels, welcher einen Stoff gemäß Kriterien nach REACH Artikel 57 bzw. Artikel 59 (1) in einer Konzentration über 0,1 % Gewichtsanteil beinhaltet, muss dem Kunden ausreichende Informationen zum sicheren Umgang mit dem Artikel geben. Zumindest muss der Name des relevanten Stoffes genannt werden.
  • Bei der B2B Kommunikation gilt seit 2008 gemäß REACH Art. 33(1), dass der Lieferant dem Kunden automatisch die o.a. Informationen geben muss. Die Lieferanten dürfen nicht auf die Anfrage ihrer Kunden warten, sondern sind verpflichtet die entsprechenden Informationen automatisch weiter zu geben.

Wir halten Sie in den kommenden Informationsbriefen sowie auf unserer Homepage am aktuellen Stand zu diesem Thema.